Inflationsrechner: Was ist dein Geld morgen noch wert?
Inflation ist der stille Gegenspieler jedes Sparers: Sie nimmt dir nichts weg – sie macht nur alles teurer. Wie viel Kaufkraft dabei verloren geht, zeigt dieser Rechner.
Stand: August 2026
Inflationsrechner
Kaufkraft deines Betrags dann: – · Was heute so viel kostet, kostet dann: –
Zur Einordnung: Die Europäische Zentralbank strebt rund 2 % Inflation pro Jahr an – reale Raten schwanken deutlich.
Warum 2 % Inflation kein Kleingeld sind
2 % klingen harmlos – aber sie wirken jedes Jahr aufs Neue, wie Zinseszins in die falsche Richtung. Nach 10 Jahren sind aus 10.000 € real noch rund 8.200 € Kaufkraft geworden, nach 35 Jahren – einem Arbeitsleben – ist die Kaufkraft halbiert. Genau deshalb reicht das unverzinste Girokonto als „Sparform“ nicht: Es verliert verlässlich.
Was das für dein Geld bedeutet
- Notgroschen: Bleibt trotzdem auf dem Tagesgeld – seine Aufgabe ist Verfügbarkeit, nicht Rendite. Ein guter Zins mildert den Kaufkraftverlust immerhin ab.
- Mittelfristige Ziele: Festgeldzinsen nahe oder über der Inflationsrate halten den realen Wert ungefähr stabil.
- Langfristiger Vermögensaufbau: Nur Anlagen mit Renditen oberhalb der Inflation – historisch vor allem breite Aktien-ETFs – bauen real Vermögen auf.
- Altersvorsorge: Rechne deine Rentenlücke lieber großzügig – die Lücke von heute ist in 30 Jahren nominal deutlich größer.
Nominal und real – der Unterschied in einem Satz
Nominal ist die Zahl auf dem Kontoauszug, real ist, was du dir dafür kaufen kannst. Eine Anlage mit 3 % Zins bei 2 % Inflation bringt real nur rund 1 % – deshalb gehört die Inflationsrate in jede ehrliche Renditerechnung. Mehr Grundbegriffe: im Glossar.
Was Inflation über verschiedene Zeiträume anrichtet
Aus 10.000 € heute wird an Kaufkraft – je nach Rate und Zeitraum:
| Zeitraum | bei 2 % | bei 3 % | bei 5 % |
|---|---|---|---|
| 10 Jahre | 8.203 € | 7.441 € | 6.139 € |
| 20 Jahre | 6.730 € | 5.537 € | 3.769 € |
| 30 Jahre | 5.521 € | 4.120 € | 2.314 € |
Die Tabelle erklärt, warum Inflation für Sparer das größere Risiko ist als Kursschwankungen: Sie wirkt lautlos, jedes Jahr, und ohne Erholungsphasen. Ein Aktienmarkt fällt und steigt wieder – verlorene Kaufkraft kommt nie zurück.
Der Denkfehler beim „sicheren" Sparen
Geld auf dem Girokonto fühlt sich sicher an, weil die Zahl nie kleiner wird. Genau das ist die Täuschung: Der Betrag bleibt, die Kaufkraft schrumpft. Wer 10.000 € zwanzig Jahre unverzinst liegen lässt, hat am Ende nominal denselben Betrag – und real ein Drittel weniger.
Sicherheit heißt deshalb nicht „nominal stabil", sondern „real erhalten". Für kurzfristig benötigtes Geld ist Tagesgeld trotzdem richtig – dort geht es um Verfügbarkeit, nicht um Vermögensaufbau. Für alles Langfristige braucht es eine Anlage, deren Rendite die Inflation übertreffen kann.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Inflation normalerweise?
Die Europäische Zentralbank strebt mittelfristig rund 2 % im Jahr an. Tatsächlich schwankt die Rate erheblich – es gab Phasen nahe null und Jahre mit deutlich höheren Werten. Für Planungen ist 2 % eine brauchbare Annahme, ein Aufschlag zur Sicherheit schadet aber nicht.
Schützen Aktien vor Inflation?
Langfristig eher ja als jede andere breit verfügbare Anlage: Unternehmen können steigende Kosten über Preise weitergeben, und ihre Gewinne wachsen nominal mit. Kurzfristig ist der Zusammenhang aber unzuverlässig – in Phasen stark steigender Inflation fallen Aktienkurse häufig zunächst.
Muss ich meine Altersvorsorge an die Inflation anpassen?
Unbedingt. Eine heute berechnete Rentenlücke von 600 € entspricht in 30 Jahren bei 2 % Inflation über 1.000 € nominal. Wer mit heutigen Beträgen plant, unterschätzt den Kapitalbedarf systematisch – rechne den Zielbetrag deshalb inflationsbereinigt hoch.
Rechne durch, wie dein Geld schneller wächst, als es an Kaufkraft verliert.