Tagesgeld & Notgroschen: Deine Rücklage, bevor du investierst
Kaputte Waschmaschine, Autoreparatur, Jobverlust – der Notgroschen fängt das ab, ohne dass du Schulden machst oder dein Depot anfassen musst. Und er gehört aufs Tagesgeldkonto.
Stand: August 2026 · Zinssätze ändern sich laufend – vergleiche vor der Eröffnung die aktuellen Konditionen.
Das Wichtigste in Kürze
- Als Notgroschen haben sich 3–6 Monatsausgaben bewährt – je unsicherer dein Einkommen, desto mehr.
- Der Notgroschen gehört aufs Tagesgeldkonto: täglich verfügbar, verzinst, keine Kursschwankungen.
- Guthaben ist über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Bank und Person geschützt.
- Hohe Lockzinsen gelten oft nur für Neukunden und wenige Monate – danach zählt der Bestandskundenzins.
- Erst wenn der Notgroschen steht, ist Geld fürs Investieren in ETFs übrig.
Wie viel Notgroschen brauche ich?
Rechne deine monatlichen Fixkosten zusammen – Miete, Nebenkosten, Versicherungen, Lebensmittel, Mobilität – und multipliziere sie mit drei bis sechs:
- 3 Monatsausgaben: sicheres Angestelltenverhältnis, keine großen Verpflichtungen.
- 6 Monatsausgaben: Selbstständige, Familien, Wohneigentum oder unsicheres Einkommen.
Beispiel: Bei 1.800 € Monatsausgaben sind das 5.400 bis 10.800 €. Klingt viel – muss aber nicht sofort da sein. Auch der Notgroschen lässt sich monatlich ansparen, am besten per Dauerauftrag direkt nach Gehaltseingang.
Notgroschen-Rechner
Dein Notgroschen: 5.400 € bis 10.800 €
Warum Tagesgeld – und nicht Girokonto oder ETF?
- Nicht aufs Girokonto: Dort gibt es meist keine Zinsen – und was auf dem Alltagskonto liegt, wird erfahrungsgemäß ausgegeben.
- Nicht in ETFs: Aktienmärkte schwanken. Wenn die Waschmaschine ausgerechnet im Börsentief kaputtgeht, müsstest du mit Verlust verkaufen.
- Nicht aufs Festgeld: Dort ist das Geld für Monate oder Jahre gesperrt – ein Notgroschen muss sofort verfügbar sein.
Tagesgeld kombiniert genau das Richtige: tägliche Verfügbarkeit, keine Schwankungen, Zinsen. Die Rendite ist niedriger als am Aktienmarkt – aber Rendite ist hier nicht der Job dieses Geldes. Sein Job ist Sicherheit.
Worauf du beim Tagesgeldkonto achtest
| Kriterium | Darauf achten |
|---|---|
| Einlagensicherung | Gesetzlich 100.000 € pro Bank und Person – bei Banken mit EU-Lizenz. Sitzland der Bank prüfen. |
| Zinssatz | Gilt er für Neu- und Bestandskunden? Wie lange ist er garantiert? |
| Lockangebote | Aktionszinsen laufen oft nach 3–6 Monaten aus – danach zählt der Basiszins. |
| Kosten | Ein Tagesgeldkonto muss komplett kostenlos sein. |
| Zinszahlung | Monatliche Gutschrift ist besser als jährliche – der Zinseszins arbeitet früher. |
Tipp: Wer den besten Zins will, muss gelegentlich die Bank wechseln („Tagesgeld-Hopping“). Wem das zu aufwendig ist, der wählt eine Bank mit dauerhaft solidem Bestandskundenzins – auch das ist völlig in Ordnung.
Und was ist mit Festgeld?
Festgeld bringt etwas mehr Zinsen, dafür ist das Geld für eine feste Laufzeit gebunden. Es eignet sich für Beträge über den Notgroschen hinaus, die du in den nächsten Jahren sicher brauchst – etwa fürs Auto in zwei Jahren. Für den Notfallpuffer selbst bleibt Tagesgeld die richtige Wahl. Alles Weitere im Festgeld-Vergleich.
Häufige Fragen
Ist mein Geld auf dem Tagesgeldkonto sicher?
Ja – bis 100.000 € pro Bank und Person greift die gesetzliche Einlagensicherung, auch bei einer Bankpleite. Bei ausländischen Banken gilt die Sicherung des jeweiligen EU-Sitzlandes.
Wie viele Tagesgeldkonten darf ich haben?
Beliebig viele. Das kann sich sogar lohnen: Die Einlagensicherung gilt pro Bank – wer mehr als 100.000 € parkt, verteilt besser auf mehrere Institute.
Ist Tagesgeld eine Geldanlage?
Eher ein Sicherheitsbaustein: Nach Inflation bleibt vom Tagesgeldzins real oft wenig übrig. Sein Job ist Verfügbarkeit und Schutz – Rendite ist der Job des ETF-Depots.
Dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt für den ersten ETF.