Entnahmerechner: Wie lange reicht dein Kapital?
Der Zinseszinsrechner zeigt, wie Vermögen wächst – dieser Rechner zeigt die andere Seite: Wie lange trägt dich dein Erspartes, wenn du monatlich Geld entnimmst? Und welche Entnahme wäre dauerhaft drin?
Stand: August 2026
Das Wichtigste in Kürze
- Bei einer Entnahme arbeitet das verbleibende Kapital weiter – es reicht deshalb deutlich länger, als die einfache Division vermuten lässt.
- Bleibt die monatliche Entnahme unter den laufenden Erträgen, ist sie theoretisch dauerhaft möglich – das Kapital schrumpft nie.
- Als Faustregel gilt die 4-%-Regel: Wer jährlich rund 4 % des Startkapitals entnimmt, kommt historisch meist über Jahrzehnte.
- Die Rechnung ist ein Modell: Schwankungen, Inflation und Steuern können das Ergebnis in der Realität verschieben.
Entnahmerechner
Dein Kapital reicht: – · Dauerhaft möglich wären: –
Modellrechnung mit konstanter Rendite (monatliche Verzinsung, Entnahme am Monatsende), vor Steuern und Inflation. Reale Börsenrenditen schwanken – plane Puffer ein.
Warum das Kapital länger reicht, als du denkst
200.000 € bei 800 € Entnahme pro Monat – ohne Zinsen wäre nach knapp 21 Jahren Schluss. Mit 4 % Rendite pro Jahr arbeitet das verbleibende Kapital aber weiter und füllt einen Teil der Entnahme laufend nach: Das Geld reicht dann deutlich über 30 Jahre. Genau diesen Effekt rechnet der Rechner oben durch.
Die 4-%-Regel als Orientierung
Eine verbreitete Faustregel für die Entnahmephase: Entnimm im Jahr etwa 4 % deines Startkapitals, dann kommst du – basierend auf historischen Marktdaten – mit hoher Wahrscheinlichkeit über 30 Jahre und mehr. Umgekehrt gedacht: Für 1.000 € gewünschte Monatsentnahme brauchst du rund das 300-Fache, also 300.000 €. Wie du dieses Kapital ansparst, zeigt der Zinseszinsrechner; wie groß deine Lücke im Ruhestand ist, der Rentenlücken-Rechner.
Was das Modell nicht abbildet
- Schwankungen: Reale Renditen kommen nicht gleichmäßig. Schlechte Börsenjahre am Anfang der Entnahmephase wiegen besonders schwer (Renditereihenfolge-Risiko).
- Inflation: 800 € in 20 Jahren kaufen weniger als heute. Wer die Entnahme jährlich erhöht, braucht mehr Kapital.
- Steuern: Auf Gewinne fällt Abgeltungsteuer an – der Freistellungsauftrag mildert das ab.
- Praxis-Tipp: In der Entnahmephase hält man meist 2–3 Jahresentnahmen als Puffer auf Tagesgeld und Festgeld, um Börsentiefs nicht ausgezahlt zu bekommen.
Häufige Fragen
Wie viel kann ich sicher entnehmen?
Für einen 30-jährigen Ruhestand gilt die 4-Prozent-Regel als Orientierung. Wer deutlich früher aufhört und 40 Jahre oder mehr überbrücken muss, plant besser mit 3 bis 3,5 %. Wichtiger als die exakte Zahl ist die Bereitschaft, in schlechten Börsenjahren vorübergehend weniger zu entnehmen – das verlängert die Haltbarkeit erheblich. Die Systematik dahinter steht unter finanzielle Freiheit.
Was ist das Renditereihenfolge-Risiko?
Zwei Depots mit identischer Durchschnittsrendite können völlig unterschiedlich lange halten – je nachdem, wann die schlechten Jahre kommen. Fallen sie an den Anfang der Entnahmephase, wird aus einem schrumpfenden Depot entnommen, und die spätere Erholung findet auf kleinerer Basis statt. Deshalb hält man üblicherweise zwei bis drei Jahresentnahmen in Tagesgeld und Festgeld, um Tiefs aussitzen zu können.
Muss ich beim Entnehmen Steuern einrechnen?
Ja. Auf die realisierten Gewinne fällt Abgeltungsteuer an, bei Aktien-ETFs nach Teilfreistellung. Weil bei jeder Entnahme nur der Gewinnanteil besteuert wird und nicht der gesamte Betrag, fällt die Belastung geringer aus als oft angenommen – einplanen solltest du sie trotzdem.
Rechne durch, wie dein Kapital überhaupt erst entsteht.