Berufsunfähigkeitsversicherung: Die wichtigste Police, die du hast

Dein größtes Vermögen ist nicht dein Depot – es ist deine Arbeitskraft. Wer mit 30 anfängt, verdient bis zur Rente leicht eine Million Euro. Genau das versichert eine BU.

Stand: August 2026 · Bedingungen und Beiträge unterscheiden sich stark je nach Anbieter und Person.

Das Wichtigste in Kürze

Warum die gesetzliche Absicherung nicht genügt

Wer nach 1961 geboren ist, hat keinen Anspruch mehr auf eine Berufsunfähigkeitsrente vom Staat. Es gibt nur noch die Erwerbsminderungsrente – und die orientiert sich nicht an deinem Beruf, sondern daran, wie viele Stunden du irgendeine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ausüben könntest:

Du kannst noch arbeiten …Gesetzliche Leistung
weniger als 3 Stunden täglichvolle Erwerbsminderungsrente
3 bis unter 6 Stunden täglichhalbe Erwerbsminderungsrente
6 Stunden oder mehrnichts

Eine Chirurgin mit zitternden Händen kann nicht mehr operieren – aber sie könnte theoretisch acht Stunden am Telefon sitzen. Vom Staat bekommt sie deshalb nichts. Genau diese Lücke schließt die private BU: Sie fragt nur nach deinem zuletzt ausgeübten Beruf.

Die Klauseln, auf die es ankommt

KriteriumDas solltest du verlangen
Abstrakte VerweisungVollständiger Verzicht. Sonst darf dich der Versicherer auf einen anderen theoretisch zumutbaren Beruf verweisen – und zahlt nicht.
Prognosezeitraum6 Monate. Längere Zeiträume verzögern die Leistung.
Rückwirkende LeistungZahlung ab Eintritt der BU, nicht erst ab Meldung.
NachversicherungsgarantieErhöhung ohne neue Gesundheitsprüfung bei Heirat, Geburt, Gehaltssprung oder Immobilienkauf.
Leistung weltweitAuch bei längeren Auslandsaufenthalten.
BeitragsdynamikAutomatische Erhöhung gegen Inflation – jederzeit aussetzbar.
LaufzeitBis zum regulären Rentenbeginn, nicht früher.

Der Preisunterschied zwischen guten und mittelmäßigen Bedingungen ist meist kleiner, als man denkt. Am falschen Ende zu sparen rächt sich erst im Leistungsfall – also genau dann, wenn Verhandeln nicht mehr möglich ist.

Die Gesundheitsprüfung: der kritische Punkt

Vor Abschluss musst du Fragen zu deiner Gesundheit der letzten Jahre beantworten. Zwei Regeln sind hier existenziell:

Wenn Vorerkrankungen vorliegen, ist eine anonyme Risikovoranfrage der übliche Weg: Mehrere Versicherer prüfen den Fall, ohne dass eine Ablehnung in einer zentralen Datei landet und künftige Anträge belastet.

Wenn keine BU möglich ist

Manche Berufe und Vorerkrankungen machen eine BU sehr teuer oder unmöglich. Dann gibt es abgestufte Alternativen – jede mit deutlich engerem Schutz: die Erwerbsunfähigkeitsversicherung, eine Grundfähigkeitsversicherung (zahlt bei Verlust definierter Fähigkeiten wie Sehen oder Gehen) oder eine Dread-Disease-Police für schwere Krankheiten. Sie ersetzen die BU nicht, sind aber besser als kein Schutz.

Häufige Fragen

Wie hoch sollte die BU-Rente sein?

Als Orientierung gelten 60 bis 80 % des Nettoeinkommens. Die härtere Prüfung ist aber: Reicht der Betrag für Miete, Versicherungen, Lebenshaltung und die Beiträge zur eigenen Altersvorsorge? Denn im BU-Fall zahlt niemand mehr in deine Rente ein. Was du netto zur Verfügung hast, zeigt der Brutto-Netto-Rechner.

Lohnt sich eine BU über den Arbeitgeber?

Eine BU innerhalb der betrieblichen Altersvorsorge ist oft günstiger und hat teils vereinfachte Gesundheitsfragen. Nachteile: Die Rente ist später voll steuer- und beitragspflichtig, und bei einem Jobwechsel ist die Fortführung nicht immer einfach. Beide Varianten durchrechnen lohnt sich.

Kann ich die Beiträge von der Steuer absetzen?

Nur begrenzt: Die BU zählt zu den sonstigen Vorsorgeaufwendungen, deren Höchstbetrag durch Kranken- und Pflegeversicherung meist schon ausgeschöpft ist. Rechne deshalb nicht mit einer nennenswerten Steuerersparnis – anders als bei der Rürup-Variante, die dafür andere Nachteile hat.

Absicherung steht – und die Basis?

Haftpflicht und Hausrat gehören zum Fundament dazu.

Haftpflicht & Hausrat