Haftpflicht und Hausrat: Was du brauchst – und was nicht

Die meisten sind falsch versichert: zu viele kleine Policen, zu wenig Schutz gegen die wirklich existenzbedrohenden Fälle. Diese Seite sortiert nach dem einzigen sinnvollen Kriterium.

Stand: August 2026 · Beiträge und Bedingungen unterscheiden sich je nach Anbieter und Wohnort.

Das Wichtigste in Kürze

Die eine Frage, die alles sortiert

Bevor du eine Versicherung abschließt, stelle dir eine einzige Frage: Könnte dieser Schaden mich finanziell ruinieren?

Nach dieser Regel bleiben für die meisten wenige, dafür gute Versicherungen übrig – und in der Summe niedrigere Beiträge als bei einem Sammelsurium aus Kleinpolicen.

Privathaftpflicht: die wichtigste günstige Versicherung

Wer einem anderen schuldhaft einen Schaden zufügt, haftet dafür – mit dem gesamten Vermögen und dem künftigen Einkommen. Das Extrembeispiel ist kein Klischee: Ein Fahrradfahrer, der einen Fußgänger übersieht und dauerhaft schädigt, kann für Behandlungskosten und lebenslange Verdienstausfälle aufkommen müssen. Die Privathaftpflicht kostet dafür meist unter 100 € im Jahr.

Worauf achtenEmpfehlung
DeckungssummeMindestens 10 Mio. € pauschal für Personen-, Sach- und Vermögensschäden
GefälligkeitsschädenSollten mitversichert sein – etwa beim Helfen beim Umzug
SchlüsselverlustWichtig bei Miet- und Arbeitsschlüsseln; Schließanlagen sind teuer
ForderungsausfalldeckungZahlt, wenn dich jemand schädigt, der selbst nicht versichert und zahlungsunfähig ist
Deliktunfähige KinderRelevant für Familien: Kleine Kinder haften rechtlich nicht – ohne diesen Baustein bleibt der Geschädigte auf dem Schaden sitzen

Familien und Paare können sich meist gemeinsam in einem Vertrag versichern. Kinder sind während Schule, Ausbildung und oft auch im Erststudium über die Eltern mitversichert – ein eigener Vertrag ist dann unnötig.

Hausrat: nützlich, aber kein Automatismus

Die Hausratversicherung ersetzt dein bewegliches Eigentum bei Feuer, Leitungswasser, Sturm und Einbruchdiebstahl. Sie ist sinnvoll, wenn dich die Neuanschaffung des kompletten Hausrats finanziell überfordern würde – bei einer voll eingerichteten Familienwohnung ist das schnell der Fall.

Wer dagegen als Berufsanfänger in einer spärlich möblierten Wohnung lebt, kann getrost darauf verzichten und das Geld in den Notgroschen stecken. Wenn du dich für eine Police entscheidest:

Diese Versicherungen kannst du dir meist sparen

PoliceWarum verzichtbar
HandyversicherungHoher Beitrag im Verhältnis zum Wert, oft mit Selbstbehalt und Ausschlüssen
BrillenversicherungPlanbare Kosten – dafür ist Sparen der bessere Weg
ReisegepäckversicherungViele Schäden sind ausgeschlossen; Hausrat deckt oft schon einen Teil ab
GarantieverlängerungDie gesetzliche Gewährleistung greift bereits zwei Jahre
SterbegeldversicherungTeuer im Verhältnis zur Leistung – ein Sparplan erfüllt denselben Zweck

Das gesparte Geld ist besser in einem soliden Notgroschen aufgehoben. Er wirkt wie eine Selbstversicherung für alle kleinen Fälle – nur ohne Beitrag und ohne Ausschlussklauseln.

Häufige Fragen

Welche Versicherungen braucht wirklich jeder?

Drei: die Krankenversicherung (gesetzlich Pflicht), die Privathaftpflicht und – sobald du von deinem Einkommen lebst – die Berufsunfähigkeitsversicherung. Alles Weitere hängt von der Lebenssituation ab: Kfz-Haftpflicht beim Auto, Risikolebensversicherung bei Familie oder Immobilienkredit, Wohngebäudeversicherung bei Wohneigentum.

Bin ich als Mieter automatisch versichert, wenn der Vermieter versichert ist?

Nein. Die Wohngebäudeversicherung des Vermieters deckt das Gebäude, nicht deine Einrichtung. Umgekehrt ersetzt deine Hausratversicherung keine Gebäudeschäden. Wenn du selbst einen Schaden am Gebäude verursachst, greift deine Privathaftpflicht.

Wann sollte ich Versicherungen kündigen?

Die meisten Verträge laufen ein Jahr und verlängern sich automatisch; die Kündigungsfrist beträgt üblicherweise drei Monate zum Ablauf. Prüfe einmal jährlich, welche Policen noch zu deiner Lebenssituation passen – und kündige erst, wenn der Ersatzvertrag bestätigt ist, damit keine Lücke entsteht.

Kleinschäden selbst tragen

Dafür brauchst du einen Notgroschen in der richtigen Größe.

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