Rentenpunkte: Was die gesetzliche Rente dir bringt

Die Renteninformation nennt eine Zahl, erklärt aber nicht, wie sie zustande kommt. Dabei ist das System erstaunlich einfach: Punkte sammeln, Punkte mal Rentenwert. Hier siehst du, wo du stehst.

Stand: August 2026 · Durchschnittsentgelt 51.944 € (vorläufig 2026), aktueller Rentenwert 42,52 € seit 1. Juli 2026. Beide Werte werden jährlich angepasst.

Das Wichtigste in Kürze

Rentenpunkte-Rechner

Jahre

Punkte pro Jahr: · nach 40 Jahren:

Daraus ergibt sich eine Bruttorente von

Vereinfachte Hochrechnung mit gleichbleibendem Gehalt relativ zum Durchschnitt. Nicht enthalten: Kindererziehungszeiten, Ausbildungszeiten, Abschläge bei vorzeitigem Renteneintritt sowie künftige Anpassungen von Rentenwert und Durchschnittsentgelt. Verbindlich ist allein deine Renteninformation.

So funktioniert das Punktesystem

Die Rentenversicherung vergleicht dein Jahresbrutto mit dem Durchschnittsentgelt aller Versicherten. Verdienst du genau den Durchschnitt, bekommst du für dieses Jahr 1,0 Entgeltpunkte. Beim Doppelten sind es 2,0 – allerdings gedeckelt, denn oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze von 101.400 € zahlst du keine Beiträge mehr und sammelst entsprechend auch keine weiteren Punkte. Maximal sind so rund 1,95 Punkte pro Jahr möglich.

Am Ende werden alle Punkte addiert und mit dem aktuellen Rentenwert multipliziert – das ergibt deine monatliche Bruttorente. Weil der Rentenwert regelmäßig angehoben wird, steigt auch deine Rente im Ruhestand mit.

Was das konkret bedeutet

JahresbruttoPunkte pro JahrRente nach 40 Jahren
30.000 €0,58rund 982 €
52.000 €1,00rund 1.702 €
75.000 €1,44rund 2.456 €
über 101.400 €1,95 (Maximum)rund 3.321 €

Alle Werte brutto und bei durchgehender Beschäftigung auf diesem Niveau. Selbst der Maximalverdiener kommt also nach 40 Jahren nicht über gut 3.300 € – und dafür müsste er vier Jahrzehnte durchgehend über der Bemessungsgrenze verdient haben. Das erklärt, warum die gesetzliche Rente allein für kaum jemanden den Lebensstandard hält.

Von brutto zu netto

Von der errechneten Bruttorente gehen noch ab:

Als grobe Orientierung bleiben von der Bruttorente etwa 80 bis 85 % übrig. Rechne deshalb bei deiner Planung nicht mit der Bruttozahl aus der Renteninformation.

Die Lücke schließen

Die Differenz zwischen dieser Rente und dem, was du im Alter brauchst, ist deine Rentenlücke. Zwei Werkzeuge helfen beim Planen: der Rentenlücken-Rechner auf der Altersvorsorge-Seite zeigt, wie viel Kapital nötig ist, und der Zinseszinsrechner, wie du es aufbaust. Wer früher aufhören will, findet die Systematik unter finanzielle Freiheit.

Häufige Fragen

Kann ich Rentenpunkte kaufen?

Ab 50 Jahren lassen sich freiwillig zusätzliche Beiträge einzahlen, um Abschläge bei vorzeitigem Renteneintritt auszugleichen. Das kann sich lohnen, weil die Rente lebenslang und dynamisch gezahlt wird – ist aber eine individuelle Rechnung, die von der Lebenserwartung und der Steuersituation abhängt. Eine Beratung bei der Deutschen Rentenversicherung ist kostenlos.

Was passiert bei Kindererziehung oder Arbeitslosigkeit?

Beides bringt Punkte: Für Kindererziehung werden je nach Geburtsjahr des Kindes bis zu drei Jahre angerechnet, und bei Arbeitslosengeldbezug zahlt die Agentur für Arbeit Beiträge. Dieser Rechner bildet das nicht ab – deine Renteninformation schon.

Wann bekomme ich meine Renteninformation?

Automatisch einmal jährlich per Post, wenn du mindestens 27 Jahre alt bist und fünf Jahre Beitragszeiten hast. Online kannst du sie jederzeit über das Portal der Deutschen Rentenversicherung abrufen – dort siehst du auch deinen bisher erreichten Punktestand.

Rentenlücke berechnen

Wie viel du monatlich zurücklegen musst, um sie zu schließen.

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